Wahrscheinlich kennen Sie das auch: Sie haben ein Projekt gut durchdacht und hoffen, dann alles so klappt, wie Sie es sich vorgenommen haben und der Projektplan wie am Schnürchen abläuft. Die Realität sieht oft anders aus. Meistens läuft es anders als gedacht, weil sich die Anforderungen ändern oder Informationen nicht zur Verfügung stehen.

Das kann ganz schön frustrierend werden: „Jetzt muss ich das schon wieder ändern!“ oder „Ständig wollen die was anderes!“.

So verständlich dieser Frust ist, er hilft nicht weiter. Was aus meiner Erfahrung schon hilft, ist die Einstellung „Umwege erhöhen die Ortskenntnis“.

 

Warum müssen wir uns auf
Umwege einstellen?

 

Es gibt aus meiner Erfahrung zwei Gründe, warum wir uns schon in der Startphase auf Umwege einstellen sollten, nämlich…

wenn das Projekt neu ist: Wenn wir bei einem Projekt noch keine Erfahrung haben, dann können wir die Planung nur auf Basis der Informationen machen, die uns zur Verfügung stehen. Das heißt: Jede Planung kann nur so gut sein, wie das, was wir schon im Vorfeld wissen. Deshalb gibt es immer Unbekanntes, auf das wir einstellen müssen.

wenn das Projekt länger läuft: Projekte, die eine Laufzeit von 1 – 2 Wochen haben, können wir in der Regel zeitlich gut überblicken und in den eigenen Zeitplan integrieren. Bei Projekten, die eine längere Laufzeit haben, wird es schon schwieriger. Weil es Einflussfaktoren gibt, die vorher nicht abschätzbar sind oder sich die Rahmenbedingungen ändern.

 

Inwiefern sind Umwege eine Chance?

Ich bin der Meinung, dass Umwege sehr viel bringen und nicht – wie wir das oft finden – nur vergeudete Zeit sind:

Wir sammeln neue Erfahrungen!

Es gibt den schönen Spruch „der Weg ist das Ziel“ und genau das passiert bei den Umwegen: Wir sammeln Erkenntnisse und Erfahrungen, die nicht geplant werden, sondern so nebenbei entstehen. Mit der Haltung „Umwege erhöhen die Ortskenntnis“ sehen wir diese Erfahrungen und Erkenntnisse als Schatz an, anstatt uns über den Umweg zu ärgern, denn sie können in die Lösungsentwicklung integriert werden.

Wir schärfen den Blick für das, was wirklich funktioniert!

Wenn wir einen Umweg gehen müssen, ist das ein Hinweis dafür, dass vielleicht der Schritt zu groß ist oder die Methode nicht passt. Jetzt ist es wichtig, nicht stehenzubleiben und sich zu ärgern, sondern nach neuen Lösungen zu suchen, und zwar nach dem Motto:

  • „Wenn etwas nicht funktioniert, tue etwas anderes!“
  • „Wenn etwas funktioniert, tue mehr davon!“

 

Wir gewinnen dadurch, dass wir nicht stehenbleiben, sondern den Umweg als Chance erkennen. Und wir gewinnen dadurch Erfahrungen, die wir für das aktuelle Vorhaben UND viele künftige nutzen können. UND wir schärfen unseren Blick dafür, was wirklich funktioniert.

Wenn Sie diese Haltung verinnerlichen und Umweg als Chance sehen, dann haben Sie bei Umwegen und Misserfolgen einen wirkungsvollen Schutz, um die Umsetzungspower nicht zu verlieren.

 

Hilfe – mir wird alles zu viel!

Kennen Sie auch das Gefühl, dass Ihnen manchmal alles zu viel wird? Sie sich in einem Hamsterrad fühlen und sprichwörtlich den "Wald vor lauter Bäumen" nicht mehr sehen? Vor kurzem kam eine Frau genau mit dieser Situation zu einem Coaching zu mir. "Marieluise ich habe...

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