Mit dem Thema Zeit- und Selbstmanagement beschäftige ich mich schon sehr lange. Leider haben bei mir viele der gängigen Methode nicht funktioniert. Irgendwann habe ich kapiert, dass wir die Zeit nicht managen können, sondern nur unser Verhalten. Als ich das verstanden hatte, konnte es mir nicht schnell genug gehen. Ich wollte mir in möglichst kurzer Zeit, möglichst viele gute Gewohnheiten aneignen.

Und nicht nur mir, sondern auch vielen meiner Kunden und Teilnehmern geht es so! Wenn Sie wissen, was Sie ändern können, dann scharren Sie schon mit den Hufen, um gleich loszulegen.

Aber Achtung! Jetzt ist es ganz wichtig, zwei Grundsätze beim Erwerb neuer Gewohnheiten zu beachten:

  • Wir können nur eine oder maximal zwei Gewohnheiten gleichzeitig in Angriff nehmen.
  • Wir brauchen ganz klare Kriterien, woran wir erkennen, dass ein Verhalten zur Gewohnheit geworden ist, und wir mit einer neuen Gewohnheit starten können.

 

Neues Verhalten braucht
Autobahnen im Gehirn

Was passiert eigentlich im Gehirn, wenn wir eine neue Gewohnheit aufbauen? Wenn wir uns z.B. vornehmen, morgens eine Tagesplanung zu machen, dann entsteht durch das Trainieren und Wiederholen des Verhaltens zunächst eine Art „Trampelpfad“ im Gehirn, d.h. unser Gehirn legt einen Weg für dieses Verhalten an. Dieser Trampelpfad ist anfangs noch kaum erkennbar und wenn wir nicht weiter trainieren, wird er wieder verschwinden. Deshalb müssen wir den Trampelpfad weiter ausbauen, indem wir das Verhalten möglichst täglich wiederholen. Durch die Wiederholung wird der Trampelpfad im Gehirn weiter ausgebaut, bis der Trampelpfad zur Autobahn geworden ist. Je breiter die Autobahn ausgebaut ist, umso stabiler ist das Verhalten.

Geduld ist die
Mutter der Verhaltensänderung

Wenn Sie also ein neues Verhalten etablieren wollen, dann sollten Sie vor allem zwei Dinge mitbringen: Geduld und die Bereitschaft zum Trainieren. Haben Sie schon mal eine Sportart oder ein Musikinstrument gelernt? Dort ist es uns klar, wie wichtig es ist, eine Bewegung oder ein Musikstück immer und immer wieder zu wiederholen. Und genauso ist es mit den Gewohnheiten, wenn wir zu viel in Angriff nehmen oder zu früh eine neue starten, dann riskieren wir einen Rückfall.

Wann aber ist ein Verhalten zur Gewohnheit geworden? Wann können wir eine neue Gewohnheit in Angriff nehmen?

5 Kriterien woran Sie erkennen,
ob etwas zur Gewohnheit geworden ist!

Nehmen wir nochmals unser Beispiel: Wann erkenne ich, dass mein Vorhaben, morgens eine Tagesplanung zu machen, zur Gewohnheit geworden ist.

  1. Ein Automatismus ist entstanden: Wenn wir morgens ins Büro kommen, dann fangen wir nicht mit irgendeiner Aufgabe an, sondern nehmen uns erst die Zeit für die Tagesplanung! Wir praktizieren das Verhalten ohne uns vorher bewusst dafür zu entscheiden. Wir denken nicht mehr, so jetzt muss ich noch die Tagesplanung machen, wir fangen einfach an.
  2. Der Widerstand fehlt: Wir müssen uns nicht mehr davon überzeugen, dass die Tagesplanung sinnvoll es. Das Gehirn hat aufgehört die Frage zu stellen: Wofür das eigentlich gut ist! Es fühlt sich einfacher an, das Verhaltens zu tun, als es nicht zu tun.
  3. Kein Rückfall in stressigen Zeiten: Stressige Zeiten sind ein absoluter Belastungstest für neue Gewohnheiten, Wenn wir die Tagesplanung auch in stressigen Zeiten durchziehen, dann ist sie zur Gewohnheit geworden.
  4. Ausnahmen bergen keine Rückfallgefahr: Natürlich gibt es immer wieder Zeiten, in denen wir Ausnahmen machen müssen und es morgens wirklich keine Zeit für die Tagesplanung gibt, weil z.B. ein Notfall eingetreten ist. Wenn die Tagesplanung zur Gewohnheit geworden ist, dann haben wir die Sicherheit, nicht gleich einen Rückfall zu erleiden, wenn man es einen Tag mal nicht gemacht hat.
  5. Sie vermissen etwas: Vor einiger Zeit habe ich mir zur Gewohnheit gemacht, Aufgaben, Ideen etc. in ein Notizbuch zu schreiben. Vor kurzem habe ich es mal vergessen, morgens in meine Tasche zu packen. Den ganzen Tag habe ich gemerkt, wie hinderlich es ist, wieder auf einen Zettel zu schreiben. Ich habe mein Notizbuch wirklich vermisst.

 

Bitte achten Sie genau darauf, ob Ihr Verhalten bereits zur Gewohnheit geworden ist, bevor Sie ein neues Projekt starten. Sonst besteht absolute Rückfallgefahr.

Welche Gewohnheit bauen Sie gerade auf?

Zeitmanagement ist Unsinn!

In meinen Seminaren stelle ich den Teilnehmern gerne die Frage, was sie unter dem Begriff „Zeitmanagement" verstehen. In der Regel kommen dann Aussagen wie: mehr in derselben Zeit erledigen können, Prioritäten setzen oder Aufgaben nicht mehr aufschieben, sondern...

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