Wahrscheinlich kennen Sie das auch: Sie haben sich vorgenommen, Ihren schlechten Gewohnheiten die Stirn zu bieten, weil sie Stress erzeugen und Sie nicht das erreichen, was Ihnen wirklich wichtig ist.

Trotzdem passiert es Ihnen immer wieder oder immer häufiger, dass Sie z.B. …

  • sich morgens in die Arbeit stürzen und wie wild losarbeiten,
  • wieder in den Ja-Sager-Modus verfallen,
  • oder wegen Hektik und Zeitdruck vergessen etwas zu trinken.

Dann geht es Ihnen wie mir und vielen anderen auch. Es ist verdammt schwer, ein Vorhaben durchzuziehen und so fallen wir oft nach kurzer Zeit in unsere alten Verhaltensmuster zurück! Die gute Nachricht: Rückfälle gehören zum Lernen dazu!

In den letzten Monaten ging es mir wieder einmal so: Im Januar bin ich ganz ambitioniert gestartet und wollte pro Woche mindestens einen Newsletter schreiben, um Sie mit einigen Denkanstößen zu versorgen.

Dann kam alles Mögliche dazwischen und prompt war ich wieder im meinem Aufschiebemodus unterwegs. Ich habe mir eingeredet, dass ich keine Zeit dafür habe und und und… Sie ahnen schon, alles vorgeschobene Gründe!

Die gute Nachricht: Rückfälle sind grundsätzlich nichts Schlimmes!

Wenn wir etwas Neues lernen, dann sind Rückfälle an der Tagesordnung. Trotzdem können wir einige Punkte beherzigen, um Rückfälle zu vermeiden bzw. daraus zu lernen.

Rückfälle sind oft vorprogrammiert –
das sollten Sie beim Start unbedingt beachten!

Aus meiner Sicht sind viele Rückfälle hausgemacht, weil wir bereits am Start die Weichen falsch stellen.

Welche Fehler habe ich bei meinem
Schreibvorhaben bereits am Start gemacht?

Wenn ich ehrlich bin, dann ist es eine meiner ganz typischen Fallen, in die ich immer wieder hineintappe. Ich neige dazu, dass ich mir einfach zu viel vornehme.

Im Januar bin ich nämlich mit vier Minigewohnheiten gestartet: morgens zum Kaffee eine Tasse Wasser trinken, ein Sudoku lösen, einen Liegestütz machen und 50 Wörter für meinen Newsletter schreiben.

Die ersten drei Minigewohnheiten habe ich tatsächlich durchgehalten, allerdings habe ich mir erlaubt, statt Liegestützen auch andere sportliche Aktivitäten zu machen. Beim Newletterschreiben bin ich kläglich gescheitert.

Schauen wir mal drauf, was ich bereits am Start falsch gemacht habe und mein Scheitern bzw. der Rückfall vorprogrammiert war:

Ich habe mir mal absolut zu viel vorgenommen, denn neben dem Etablieren von vier Minigewohnheiten musste ich ja auch noch meine eigentliche Arbeit erledigen.

Die Idee mit den Minigewohnheiten war, dass ich die Anfangshürde beim Schreiben besser überwinde. Also 50 Wörter schreiben und dann bin ich drin. Das hat anfangs auch super funktioniert! Ich war zwar im Schreiben drin, aber dann hatte ich keine Zeit mehr, um weiterschreiben zu können.

Stress erhöht die Rückfallquote

Selbst wenn Sie alle Punkte beim Start Ihres Vorhabens beachten, in Stresssituationen steigt die Gefahr, dass wir wieder in alte „bewährte“ Verhaltensmuster zurückfallen.

Alte Verhaltensmuster haben wirklich eine magische Anziehungskraft. Obwohl ich mir wirklich in den letzten Jahren sehr viele Verhaltensweisen angewöhnt habe, gibt es immer noch einige wirklich hartnäckige Muster, die ich noch nicht geknackt habe.

 

Warum fallen wir gerade in stressigen Zeiten wieder
in alte Verhaltensmuster zurück?

Wenn wir damit anfangen, ein neues Verhalten zu trainieren, dann bilden sich im Gehirn neue Vernetzungen. Je mehr und je intensiver wir trainieren, um so belastbarer werden diese neuen Vernetzungen. Rückfälle in Stresssituationen sind deshalb ein sicheres Zeichen dafür, dass die neuen Vernetzungen im Gehirn noch nicht tragfähig sind und das Verhalten noch nicht automatisch läuft.

Lassen Sie sich also nicht entmutigen, machen Sie einen Neustart und trainieren Sie weiter!

Aufstehen, Krönchen richten, Weitermachen

Aus meiner Erfahrung besteht die größte Kunst bei Rückfällen darin, sich nicht entmutigen zu lassen, sondern wieder aufzustehen und weiterzumachen. Vor kurzem habe ich dazu ein Zitat von Winston Churchill gelesen, das ich absolut genial finde:

„Erfolg hat der, der einmal mehr aufsteht, als er hingefallen ist!“

Genau darum geht es! Statt sich selbst mit Selbstvorwürfen wie:

  • „Das kriege ich ja eh nie hin!“
  • „So was klappt vielleicht bei anderen, aber bei mir nicht!“
  • „Das ist nichts für mich, ich habe einfach keine Selbstdisziplin!“

die letzte Energie zu rauben, sollten wir uns einige schlaue Fragen stellen, z.B.:

  • Wann hat es schon mal ein bisschen geklappt?
  • Was habe ich in diesen Situationen getan?
  • Was von dem könnte ich wieder tun?

Was habe ich aus dem Scheitern meines
Schreibvorhabens gelernt?

Mir ist mal wieder klar geworden, dass ich mit meinen Kräften und meiner Zeit besser haushalten muss. Deshalb gibt es jetzt 1 – 2 Blogartikel im Monat.

Und ganz wichtig: Ich muss mir die Zeit fürs Schreiben im Kalender blockieren, denn bei mir geht das Schreiben nicht so nebenbei.

Und nun zu Ihnen:

1. Wo hatten Sie in der letzten Zeit einen Rückfall?
2. Wie sind Sie damit umgegangen?

Viel Erfolg beim Neustart!

Zeitmanagement ist Unsinn!

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In meinen Seminaren stelle ich den Teilnehmern gerne die Frage, was sie unter dem Begriff „Zeitmanagement" verstehen. In der Regel kommen dann Aussagen wie: mehr in derselben Zeit erledigen können, Prioritäten setzen oder Aufgaben nicht mehr aufschieben, sondern...

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